Arn + Partner AG Architekten ETH HTL SIA, Münchenbuchsee      

Haus Dardel


3270 Aarberg
Renovation Geschäftshaus

 
Bauherrschaft 
Frau T. Dardel und Herren E. und F. Dardel
 
Projektdaten  
Volumen SIA 116:

4'000 m3

Geschossfläche SIA 416:

1'145 m2

Nettogeschossfläche SIA 416:

800 m2

Gebäudekosten BKP 2:930'000 SFr
Kubikmeterpreis (BKP 2/V SIA 116):

233 SFr

Fertigstellung:

1998

 
 

Konzeption


Das Altstadthaus in Aarberg wurde im Lauf der Zeit unter Einbezug von Nebengebäude und Hof gegen Nordwesten erweitert. Im Erdgeschoss und im Untergeschoss entstanden sehr tiefe Grundrisse. Räume mit unterschiedlicher Form und Atmosphären liegen als Folge hintereinander. Seit den 50er Jahren wurde das Haus in mehreren Umbauetappen zum Ausstellungshaus für das Unternehmen erich dardel möbel und stoffe ausgebaut. Abgesehen von der Wohnung im zweiten Obergeschoss und dem mittleren Gewölbekeller (Tankraum) dienten alle Räume der Ausstellung. Im Erdgeschoss wurde das zentrale Treppenhaus ausgebaut, um die Sicht vom Stadtplatz möglichst tief ins Gebäude zu ermöglichen. Die Obergeschosse waren noch über eine ausstellungsinterne Treppe und über den neu erstellten Lift erreichbar. Mit der Geschäftsübergabe wollte die Familie Dardel die Obergeschosse wieder unabhängig vom weiter bestehenden Möbelgeschäft nutzen.

Die Treppenanlagen
Das Treppenhaus wurde im Erdgeschoss auf minimierter Fläche wieder ergänzt. Die Einsicht vom Stadtplatz in die Ausstellung wird nicht eingeschränkt. Die Treppe ist mit dem ausstellungsinternen Abgang in das Untergeschoss verschränkt. Dieser Abgang ist gegen die Ausstellung im Erdgeschoss offen. Eine Stahlbrücke führt über den Abgang und verbindet die Ausstellungsräume. Die doppelt gewendelte Treppe ist in eine Gipsform aus einfachen, planen, weissen Flächen verpackt. Die Treppe ist von den Ausstellungsräumen her nicht ablesbar. Sie ist versteckt, da sie für die Ausstellung keine Bedeutung hat. Die Form des Treppenhauses ist zurückhaltend, um die Wirkung der Möbelexponate nicht zu beeinträchtigen.

Ein Flachstahlband wurde als Entwurf/Linienskizze einerseits und als Handlauf, Brückenrandverstärkung und Fassung andererseits in den Raum gelegt und anschliessend weiss ausgefacht. Die bestehenden Leitungen führen in Stahlrohre verpackt sichtbar durch den Laden. Eine neue ausstellungsinterne Treppe verbindet das Erd- und das erste Obergeschoss. Sie berührt den Boden ders Erdgeschosses nur auf den Zehenspitzen. Damit ist die Treppe die Repräsentantin/Botschafterin des ersten Obergeschosses im Erdgeschoss. Im Dachraum werden die für das Erdgeschoss entwickel-ten Geländer nocheinmal aufgenommen und diesmal mit der bestehenden Treppe und der Lichtwand gegen das Atelier (Glasbausteine) kombiniert.